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HOTBIN ist DER Begleiter eines Gärtners. Gärtner haben eine Leidenschaft für Pflanzen, für die Natur und draußen eins mit der Natur zu sein. Sie geniessen ihre Erfolge, lernen aus den Misserfolgen, die sie bei der Gartenarbeit haben, und sie schaffen Schönheit. Jeder Gärtner hat eine persönliche Geschichte.

Diese Geschichte wird von Diana, einer Gärtnerin in Genf, erzählt.

Was bedeutet es für mich, Gärtnerin zu sein?

Ich habe mich mein ganzes Leben lang als Gärtner betrachtet, seit ich im Alter von 9 Jahren ein Paket mit Samen bekam. Ich hatte das Gefühl, dass ich weiß, wie man gärtnert, und mein junger Enkel sagt auch, dass er es auch weiß.  Mein Sohn schrieb einmal in seinem Lebenslauf, dass er Gärtner sei.  Das hat mich überrascht. Warum haben wir und vielleicht alle Gärtner dieses Bedürfnis zu gärtnern?  Liegt es in unseren Genen, dieses angeborene Verständnis?  

Was bedeutet es, Gärtner zu sein?  Für mich ist es eine Art ständiger Aufmerksamkeit und Pflege der Pflanzen.  Ich achte auf meine, um zu sehen, ob sie durstig sind oder an- oder hochgebunden werden müssen oder ob sie irgendwie unter Schädlingen oder Wettereinflüssen leiden.  Wie und wann entscheide ich mich für ein Eingreifen?  Manchmal stehe ich unter Zeitdruck und ich habe Angst, alles noch schlimmer zu machen, wenn ich etwas tue, das nicht hilft.

Meine Gärtneraktivitäten  (abgesehen vom intensiven Eintauchen in  Gartenzeitschriften, dem Verfolgen von Themen auf verschiedenen Websites und Blogs und einige oder dem Ansehen meiner Lieblingsprogramme zur Gartenarbeit) beginnt jedes Jahr im zeitigen Frühjahr, manchmal ein bisschen zu zeitig und ich weiß, dass es zu früh ist, damit anzufangen.  Aber ich versuche es trotzdem, wenn es mich überkommt: ich kann mich nicht davon abhalten, Samen zu säen. Zuerst im Zimmergewächshaus, und dann die Setzlinge nach draußen pflanzen, wenn sie zu groß werden.  Und bald ist mein Balkon zu voll und einige Setzlinge gedeihen nicht, weil es noch viel zu früh ist, sie auszubringen.  Ich sollte warten, bis die Temperatur etwas wärmer ist, die Tage länger.

Ich weiß das, und trotzdem fange ich jedes Jahr, wenn ich kann, zu früh an.  Damit folge ich definitiv nicht meinen Erfahrungen, aber ich kann nicht anders und etwas treibt mich an, die Garten- und Pflanzsaison in Schwung zu bringen.

Manchmal ist es kein allzu schwerer Fehler.  Meine Ringelblumensetzlinge sind robust und kräftig. 

Andere, wie empfindliche Zucchini und Kürbisse hassen es, als Setzlinge gezogen zu werden, sie mögen eher die direkte Aussaat an ihrem letztendlichen Standort (zum richtigen Zeitpunkt).  Ich habe gelernt, daß sie es nicht mögen, umgepflanzt zu werden:  sie sind zwar in der Erde, aber wachsen nicht.  Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ihr Saatgut besser direkt an ihrem letztendlichen Standort ausgesät wird, und sich so auf ihre eigene Weise an die Bedingungen anpassen können.  

Das erinnert mich immer daran, dass ich auch Gärtner bin, um mehr Geduld zu lernen.  

Die Bedingungen des Klimas sind jedes Jahr anders, wie die Erfahrung zeigt:  einige Gemüse, die im letzten Sommer prächtig gediehen, sind dieses Jahr überhaupt nichts geworden. Der Frühling kann zu spät kommen, es kann zu früh zu heiß sein oder es erwischt die Pflanzen ein später Frost. 

Doch andere Pflanzen, die im Jahr zuvor nicht so gut gediehen sind, sind zu meiner Überraschung dieses Jahr prächtig geworden.  

Wenn ich mir die benachbarten Gartenparzellen anschaue, kann ich sehen, dass es den Pflanzen dort drüben genauso zu gehen scheint.  Es ist offensichtlich nicht das Jahr für Tomaten oder Paprika, und es ist nicht das, was wir angesichts der letztjährigen Ernten erwartet hatten.

Und, ich habe aus der Gartenarbeit und meinen Pflanzen Jahr für Jahr gelernt. Himbeeren mögen ein Kompostfutter im zeitigen Frühjahr, aber Erbsen nicht. Meine süßen Erbsen werden gerne im Spätsommer und Herbst ausgesät. Sie gedeihen besser, sind widerstandsfähiger und bringen bessere Erträge.  Wenn der Frühling schnell in den Sommer übergeht, ist ihre Saison nicht lang, während sich bei sanftem Frühlingsregen die schönen Blüten öffnen und die Luft mit ihrem süßen Duft parfümieren.  Meinen Spinat, der im frühen Herbst ausgebracht wird, kann man schon im Spätherbst ernten, und beginnt dann im Frühling wieder schön zu wachsen, bis es zu heiß ist. 

Gartenarbeit ist sehr befriedigend. Man denkt immer nach über die richtige Zeit Pflanzen setzen, über den richtigen Ort, den richtigen Boden, die Pflege etc. 

Und es geht darum, sich zu bewegen und das Gefühl zu haben, Teil des Kreislaufs zu sein. Seltsamerweise habe ich auch das Bedürfnis zu pflanzen, wenn ein Sturm aufzieht – Hexenblut in meinen Adern oder etwas anderes? Es werden Fehler gemacht, aber Saatgut ist billig. 

Hier nun die Zusammenfassung meiner positiven Erfahrungen:  

Gartenarbeit erzieht einen zur Demut und Geduld:  wir entdecken, dass wir nicht immer alles kontrollieren können. Es kann hart, enttäuschend und beunruhigend sein, aber wir können entdecken, dass Pflanzen oft für sich selbst sorgen, wenn wir nur die Grundlagen liefern.

Es ist nicht immer eine Freude, zu kämpfen, um es richtig zu machen, man ist gespannt, ob die Samen aufgehen werden, besorgt über den Mangel an Regen oder zu viel davon, aber es lehrt einen,  den Garten und die Pflanzen aufmerksam zu beobachten, und nicht zu schnell einzugreifen, und sich die Zeit zu nehmen und eher auf das Gesamtbild zu achten.

Und, wenn wir also vielleicht nicht die Pflanzen oder Früchte wie und wann bekommen, wie wir es erwartet haben, sehe ich es so: es ist schön, draußen zu sein, mit den Händen in der Erde zu buddeln und die Pflanzen behutsam zu schneiden, zu düngen oder Tomaten auszugeizen, von der Natur zu lernen und die einfachen Freuden zu schätzen, die die Gartenarbeit definitiv bringt.  

Man erfreut sich an den Erfolgen, lernt aus den Misserfolgen, und daher ist das Leben eines Gärtners mehr als befriedend. Ich kann nicht ohne.

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